Ich weiß, wie die meisten Männer sind. Sie sind herzlos. Und ich weiß, was Eifersucht ist. Die Eifersucht ist schwarz. Schwarz wie das Zimmer in meiner Wohnung. Schwarz wie das Haar meines Geliebten. Schwarz wie sein Herz. Ich bin Nathalie. Er ist Johannes.
Meistens ist das Zimmer verschlossen, es dient nur einem Zweck, es ist ein Tempel der krankhaften Liebe. Ein Tempel für diese schmerzhafte Sucht, von der ich befallen bin. Eifersucht. Es ist ein quälendes Gefühl, das mich schmerzt und mich verletzt. Trotzdem bin ich süchtig danach. Ich muss es erleben. Wenn ich es nicht bekomme, fehlt mir was. An jedem Freitag sperre ich mein Zimmer auf. Schwarzer Freitag.
Die Wände und den Plafond habe ich schwarz gestrichen, auch der Teppich hier ist schwarz. Es gibt nur ein Fenster, das zu einem Lichthof führt, und vor diesem Fenster hängt ein schwarzer Vorhang. Von der Decke bis zum Boden. Ein paar schlanke Kerzen stehen auf einem alten Sessel, ansonsten ist das Zimmer leer. Ein Ort, an dem ich leiden kann.
Mein Geliebter hat gelernt, mit diesem Zimmer zu leben. Am Anfang wollte er nichts davon wissen, aber heute lächelt er, wenn ich Freitag abends mein schwarzes Netzkleid anziehe und den Schlüssel in das Schloss stecke, um die Türe zum schwarzen Zimmer aufzusperren.
Dann zünde ich die Kerzen an und schaue ihm zu, wie er sich langsam auszieht. Ganz nackt auszieht.
Mein Geliebter ist jung und schön und voller Leben. Seine Hände und die Verlässlichkeit in seinen breiten Schultern mag ich an ihm am meisten. Und natürlich mag ich diesen sanften Blick und seine warmen vollen Lippen. Er könnte jede Frau haben, die sich nach seiner Männlichkeit sehnt, ich weiß das. Und ich muss oft daran denken. Dann bleibt mir fast das Herz stehen.
Wenn er sich vor mir auszieht in dem schwarzen Zimmer und seine Kleidung in eine Ecke wirft, kommen mir manchmal die Tränen, weil ich ihn so liebe und begehre. Das schwarze Haar auf seiner Brust, die kräftigen Schenkel, den mächtigen und beeindruckenden Schwanz, der auch bei den anderen Frauen seine Wirkung nicht verfehlt.
"Darf ich dich in den Mund nehmen?" frage ich, aber er schüttelt nur den Kopf:
"Du weißt doch, Nathalie, heute ist Freitag, und am Freitag kommst du erst ganz zum Schluss dran."
"Ich weiß, aber wir haben noch ein bisschen Zeit", sage ich. "Ich möchte vor dir niederknien. Nur ganz kurz."
Johannes lächelt, und ich hasse mich, wenn ich betteln muss, aber irgendwann habe ich diesen Weg gewählt, und ich muss ihn gehen.
"Johannes, bitte!"
"Du bist auch nicht besser als all die anderen Huren ... Ich habe geglaubt, du bist besser, aber du bist nicht besser. Du bist auch nur eine kleine Hure mit einem großen Maul. Also komm her, du Hure..."
"Danke, Johannes", flüstere ich und rutsche auf den Knien zu ihm hin, ich nähere mich seinem Geschlecht, und er schaut mich von oben herab an, mit einem spöttischen Grinsen und einem verächtlichen Blick. Plötzlich läutet es an der Türe, und ich gehe aus dem kleinen Zimmer und öffne. Sie ist sehr schön und sehr jung, und ich weiß, sie wird glücklich sein, wenn sie mit meinem Geliebten zusammen sein wird. Und er wird ebenfalls glücklich sein. Ich weiß, welche Frauen ihm gefallen. Er mag diese schlanken Weiber mit den langen Beinen und den schmalen Hüften, diese kleinen Huren mit den kleinen Titten und den großen Mündern, die sich an seinen Brustwarzen festsaugen.
In den Zeitungen gebe ich Annoncen auf oder ich beantworte welche, die mir geeignet scheinen. Ich suche schöne junge Frauen für meinen Liebsten.
An jedem Freitag kommt dann eine zu uns auf Besuch, und ich sehe die Lust in ihren Augen, wenn ich sie in das schwarze Zimmer führe, in dem mein nackter Geliebter wartet. Später stehe ich abseits und kaue an den Fingernägeln, wenn sie ihre Hände über seinen wunderbaren Körper gleiten lassen.
Ich darf immer nur zuschauen, ich darf nie dabei mitmachen. Er könnte doch, eine Minute nur, Pause machen und mich vögeln, aber er tut es fast nie. Die Eifersucht frisst mich auf, wenn ich im schwarzen Zimmer bin, aber ich beherrsche mich. Diese fremde Frau ist nackt vor ihm auf allen Vieren, und er kniet sich hinter sie. Sein prächtiger Schwanz ist groß und hart und verschwindet langsam in ihrer Möse. Zuerst fickt er sie ganz sachte, dann werden seine Stöße fester, und diese junge schöne Hure genießt seinen Schwanz. Natürlich genießt sie ihn. Johannes weiß, was diese Huren wollen.
"Gefällt dir das Nathalie? Sag mir, ob dir das gefällt..."
Ich schweige. Ich nicke schweigend. Schwarz ist dieses Zimmer und schwarz wird es bleiben. Schwarz wie sein Haar und schwarz wie mein Herz. Hier kann ich ihn besitzen, selbst wenn er in einer anderen ist. Wäre er nicht bei mir, müsste ich in Ahnungen ersticken. Ich schließe die Augen und gebe mich meiner Eifersucht hin. Und die fremde Frau stöhnt laut. Viel zu laut...
Copyright Georg Biron
Georg Birons Homepage
Geschichte verschicken